SetupAktualisiert: 26.07.20268 Min.

Gaming-Schreibtisch: Größe vor dem Kauf planen

Kurzantwort

Beginne nicht mit einem Tischmodell, sondern mit einem Messinventar aus Raum, Geräten, Halterungen, Eingabefläche, Kabelwegen und freiem Raum darunter. Die häufig genannten Maße 1600 × 800 mm sind eine nützliche Referenz aus der Arbeitsplatzplanung, aber keine allgemeine Kaufregel und keine private Gaming-Pflicht.

Erst messen, dann nach einem Tisch suchen

Ein Tisch kann auf dem Produktfoto groß wirken und trotzdem an deinem Platz scheitern. Lege deshalb zuerst ein Messinventar an. Miss die nutzbare Breite und Tiefe im Raum zwischen Wand, Tür, Heizkörper, Regal und allen anderen Hindernissen. Notiere nicht nur die freie Bodenfläche. Prüfe auch, ob eine Fensterbank, eine Dachschräge oder ein anderer Vorsprung die nutzbare Tischplatte begrenzt.

Danach folgen die Dinge, die tatsächlich auf oder an den Tisch sollen. Miss die Stellfläche jedes Bildschirms mit Standfuß, des Rechners, der Lautsprecher und weiterer Geräte. Bei einem Monitorarm zählt statt des Standfußes die benötigte Klemme samt Position an der hinteren oder seitlichen Tischkante. Notiere außerdem die Breite der Tastatur und die Mausfläche, die du wirklich nutzen möchtest. Wenn du die Eingabegeräte noch auswählst, hilft dir auch der Leitfaden zum Ausmessen von Hand und Maus.

Das Inventar endet nicht auf der Tischplatte. Zeichne geplante Kabelwege, Netzteile und mögliche Kabelhalter ein. Halte außerdem fest, welcher Bereich unter der Platte für Beine und Füße frei bleiben soll. Ein Gestell, eine Querstrebe, ein Rechnerhalter oder eine Kabelwanne kann dort Platz belegen, obwohl die Außenmaße des Tisches passen. Für diesen Teil findest du im Ratgeber zum Kabelmanagement eine eigene Planungshilfe.

Schreibtisch von oben mit markierten Stellflächen für Monitor, Tastatur, Maus und PC
Planungsbeispiel ohne Maßstab. Verwende die realen Abmessungen deiner Geräte und deines Raums.

Diese Maße gehören auf deine Liste

  • Nutzbare Raumbreite und Raumtiefe am vorgesehenen Standort
  • Stellflächen von Bildschirmen, Standfüßen, Rechner und Zubehör
  • Platz und Kantenposition für Monitorarme oder andere Klemmen
  • Tastaturbreite und gewünschter Bewegungsbereich der Maus
  • Kabelwege von Geräten zu Steckdosen und Anschlüssen
  • Freier Bereich unter dem Tisch für Beine und Füße

Messbank / Tischbreite

Passt die Reihe auf den Tisch?

CM
Restbreite51 cm

Für weitere Geräte und Abstand verfügbar.

Die Rechnung berücksichtigt nur Breiten. Standfüße, Tiefe, Kabel und Bewegungsfreiheit musst du separat messen.

Schreibtisch vollständig planen

Was 1600 × 800 mm bedeuten

Zwei offizielle Veröffentlichungen liefern sinnvolle Vergleichswerte, müssen aber richtig eingeordnet werden. Die ASR A6 richtet die Größe einer Arbeitsfläche an der jeweiligen Tätigkeit und den benötigten Arbeitsmitteln aus. Für Büroarbeit und vergleichbare Tätigkeiten nennt sie mindestens 1600 mm Breite und 800 mm Tiefe. Bei nur einem Bildschirm, wenig Arbeitsmitteln und wenig Schriftgut kann die Breite laut ASR A6 auf 1200 mm reduziert werden.

Die Bedingung für 1200 mm ist der entscheidende Teil. Die schmalere Breite ist keine pauschale Freigabe für jedes kompakte Setup. Vergleiche stattdessen die beschriebene Situation mit deinem Messinventar: Ein Bildschirm und wenige weitere Dinge entsprechen einer anderen Platzaufgabe als mehrere Bildschirme, breite Lautsprecher, ein Rechner auf der Platte und eine große gewünschte Mausfläche.

Die DGUV Information 215-410 nennt 1600 × 800 mm als Mindestmaß für einen Arbeitsplatz und 1800 mm Breite bei 900 oder 1000 mm Tiefe als ergonomische Empfehlung. Sie erklärt zugleich, warum die Tiefe nicht isoliert gewählt werden sollte: Sehabstand, Hand- und Armauflage, Gerätetiefe sowie Bein- und Fußraum wirken bei der Planung zusammen.

ASR A6 und DGUV beziehen sich auf die Planung von Arbeitsplätzen. Hier dienen ihre Maße als nachvollziehbare Referenz für ein privates Gaming-Setup. Daraus folgt nicht, dass dein privater Tisch rechtlich 1600 × 800 mm groß sein muss oder dass dieses Maß unabhängig von deinen Geräten automatisch passt. Nutze die Werte als Vergleich zu deiner eigenen Flächenrechnung, nicht als Ersatz dafür.

Eine einfache Planung auf Papier

Für einen ersten Entwurf brauchst du kein Planungsprogramm. Zeichne die maximal nutzbare Tischfläche im Maßstab 1:10 auf kariertes Papier. Ein Zentimeter auf der Zeichnung steht dann für zehn Zentimeter in deinem Raum. Schneide für Bildschirmfüße, Rechner, Lautsprecher, Tastatur und weitere Geräte jeweils ein Rechteck im selben Maßstab aus.

  1. Markiere zuerst feste Grenzen und die Kanten, an denen keine Klemme sitzen kann.
  2. Lege die Geräte-Rechtecke auf die gezeichnete Tischfläche. Zeichne die gewünschte Mausfläche als eigenes Feld ein, statt nur die Maus selbst abzubilden.
  3. Markiere Kabelausgänge und verbinde sie mit den vorgesehenen Anschlüssen. So erkennst du Wege, die hinter einem Gestell oder quer durch den Fußraum verlaufen würden.
  4. Fertige zusätzlich eine einfache Vorder- oder Seitenansicht an. Trage dort Gestell, Unterbauten und den Bereich ein, den du unter der Platte freihalten willst.
  5. Verschiebe die Ausschnitte und notiere zwei oder drei funktionierende Anordnungen. Erst danach leitest du die notwendige Breite und Tiefe ab.

Diese Skizze beantwortet nicht, ob dir eine Anordnung im Alltag gefällt. Sie macht aber sichtbar, wenn dein Wunschmaß nur funktioniert, weil eine Klemme, ein Kabelweg oder der Raum unter dem Tisch vergessen wurde. Für die weitere Aufteilung kannst du die Übersicht zur Planung des gesamten Setups danebenlegen.

Produktzeichnungen mit dem Plan vergleichen

Übertrage nicht nur die beworbene Breite und Tiefe eines Modells in deine Skizze. Suche in der Produktzeichnung oder Montageanleitung nach den Maßen, die deine nutzbare Fläche verändern. Wenn eine Angabe fehlt, behandle sie als offene Frage und kläre sie vor dem Kauf beim Anbieter.

  • Sind Breite und Tiefe Außenmaße oder Maße der nutzbaren Platte?
  • Wie dick ist die Platte, und wie ist ihre Kante geformt?
  • Bleibt an der gewünschten Stelle genug freie Kante für deine Klemme?
  • Wo sitzen Beine, Füße, Querstreben und andere Teile des Gestells?
  • Welche Unterbauten liegen im geplanten Bein- und Fußraum?
  • Wo können Kabel die Platte verlassen, und wird dieser Weg blockiert?
  • Stimmen alle Angaben mit den Ausschnitten aus deinem Messinventar überein?

Prüfe besonders Zeichnung und Anleitung gemeinsam, wenn das Produktbild den Bereich unter der Platte nicht vollständig zeigt. Eine fehlende Maßangabe ist kein Beweis dafür, dass genug Platz vorhanden ist. Sie bleibt eine Unsicherheit in deiner Planung.

Aus den Grenzen eine Größe ableiten

Lege zuerst die kleinste Fläche fest, auf der alle gemessenen Elemente und die gewünschte Eingabefläche ohne Überschneidung angeordnet werden können. Prüfe dann, ob diese Fläche in den nutzbaren Raum passt und ob Kabel sowie der Bereich darunter weiterhin funktionieren. Vergleiche das Ergebnis anschließend mit den 1600 × 800 mm aus ASR A6 und DGUV sowie mit der größeren DGUV-Empfehlung.

Liegt dein Entwurf darunter, ist das nicht automatisch falsch. Dann solltest du aber klar benennen können, warum weniger Fläche ausreicht, etwa weil dein Inventar tatsächlich klein ist. Liegt er darüber, kann das ebenso sachlich begründet sein, wenn Geräte und gewünschte Anordnung mehr Platz verlangen. Die passende Kaufgröße ist am Ende die kleinste Variante, die deinen dokumentierten Aufbau ohne verdrängte Geräte, vergessene Halterungen oder blockierten Unterraum abbildet.

Quellen

  1. ASR A6 BildschirmarbeitBundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin · abgerufen am 26.07.2026

    Arbeitsstättenregel für die Planung beruflich genutzter Bildschirmarbeitsplätze.

  2. DGUV Information 215-410: Bildschirm- und BüroarbeitsplätzeDeutsche Gesetzliche Unfallversicherung · abgerufen am 26.07.2026

    Planungshinweise und ergonomische Empfehlungen für Bildschirm- und Büroarbeitsplätze.